Jemanden in die Zange nehmen: Beim Fußball wird das abgepfiffen. Abseits des grünen Rasens kann es durchaus begrüßenswert sein, Dinge von zwei Seiten „zu beackern“ – dachten sich Barbara Plötz und Zilly Zitzelsberger. Die beiden Psychotherapeutinnen haben uns mit einer Spende bedacht. „Damit wollen wir helfen, dem Thema Bedürftigkeit von zwei Seiten auf den Pelz zu rücken“, sagen sie.

Wie wird man zum „Botschafter für Klimagerechtigkeit“? 35 Kinder und Jugendliche aus Stephanskirchen Jahren dürfen sich seit letzten Samstag so nennen. Sie haben an der von der MARC O’POLO Stiftung ausgerichteten Plant-for-the-Planet Akademie teilgenommen.

Peter betreut Meabel. Der kann an seiner Nähmaschine inzwischen gut Hosen kürzen. Nun bräuchte er eine Schulung, die ihm ermöglicht, auch andere Dinge zu nähen. Im Landkreis gibt es eine ganze Reihe von Kursen für Frauen – aber anscheinend keinen einzigen Kurs für Männer. Peter hat von über 20 Interessenten gehört. Kann ihnen jemand weitere Fortschritte im Nähen verschaffen?

(Gastbeitrag von Julia Schuster, Volontärin bei himmeblau)

Eine neue Runde eines integrativen Fotoprojekt für asylsuchende und deutsche Jugendliche startete im April.

Wer sind eigentlich diese Menschen, die da zu uns kommen? Welche Kulturen bringen sie mit? Fragen, die es wert sind, Ihnen nachzugehen, findet die Dipl. Kunsttherapeutin Cornelia von Stern. Um ein gegenseitiges Kennenlernen und Miteinander zu fördern, rief sie letztes Jahr das Projekt „EinWeg“ ins Leben. Sechs asylsuchende Jugendliche aus Syrien, Afghanistan und Eritrea sowie acht junge Menschen aus dem Landkreis trafen sich dann zwei Monate lang, um gemeinsam an dem integrativen Fotoprojekt teilzunehmen. Getragen wird das Projekt durch die Caritas, ehrenamtliches Engagement und großzügige Spenden eines örtlichen Fotoservice-Ladens. Auch „Kind und Werk Rosenheim e. V.“ unterstützt das Projekt.

Der erste Kennenlernabend verlief noch sehr steif. „Die Flüchtlinge saßen auf der einen Seite des Tischs und die Jugendlichen der Jugendkunstinitiative ArtCloud auf der anderen. Alle waren ziemlich befangen“, erinnert sich von Stern. Heute freut sie sich, wie sehr die Gruppe bald auftaute.

Um für jeden Teilnehmer die gleichen Voraussetzungen zu schaffen, bekam jeder eine Einwegkamera. Gemeinsam erkundeten die Teenager dann die Umgebung. Trotz der anfänglichen Zurückhaltung taute die Gruppe mit jedem Treffen weiter auf. Hemmungen und Sprachbarrieren konnten mithilfe der gemeinsamen Aktionen und Bilder überwunden werden. Auch das private Leben dokumentierte jede Teilnehmer nach eigenen Ermessen. Anschließend besprach die Gruppe die Fotos. Es entstanden Einblicke, Rückblicke, Entwicklungen, Schnittpunkte und Unterschiede. Insbesondere die Tatsache, wie unterschiedlich ein und dasselbe Bild wahrgenommen werde, sei äußerst interessant gewesen, erzählt die Kursleiterin. So sei beispielsweise der Anblick der Rosenheimer Stadtpfarrkirche St. Nikolaus für die deutschen Jugendlichen etwas alltägliches. Die Asylsuchenden dagegen empfanden die Kirche als neu, bombastisch und beeindruckend.

Verena Schubert - Sonenuntergang

Zum Abschluss des Projekts präsentierten die Jugendlichen ihre Fotos in einer eigens organisierten Ausstellung in der Stadtbibliothek. Damit Vernissage-Besucher die Künstler erkennen konnten, trug jeder der Teilnehmer ein Erkennungszeichen – eine aus Papier gefaltete Pyramide, die auf eine Wäscheklammer geklebt und so an der Kleidung befestigt werden konnte. Da dieses Symbol aufgrund seiner dreieckigen Form einen der Teilnehmer sehr an Sambusas erinnerte, bereiteten die Jugendlichen die afrikanischen Teigtaschen am letzten gemeinsamen Abend zu.

So habe sie es sich vorgestellt, freut sich die Kunsttherapeutin. Die Jugendlichen lernten einander kennen und verstehen, haben Kontakte geknüpft und Einblicke in die verschiedenen Kulturen erhalten. Besonders erfreulich sei die Lust und das Interesse auf MEHR.

 

MEHR Miteinander, MEHR Kennenlernen, MEHR Fotografie, MEHR Knowhow… Aus diesem Grund entwickelten die ehemaligen Teilnehmer von „EinWeg“ ein Nachfolgeprojekt, bei dem sie nun selbst die Rahmenbedingungen und Themen festlegen konnten. Das Besondere an „MehrWeg“ ist, dass die Jugendlichen nun nach eigenen Kompetenzen wechselseitig zum Vermittler und Lernendem werden. Dies fördere die Selbstkompetenz des Einzelnen und biete die Möglichkeit, den Blickwinkel des Lehrenden kennenzulernen, erklärt von Stern. Aufgrund des Erfolges von „EinWeg“ erklärte sich die Kinder- und Jugendkunstschule „Kind und Werk e. V.“ bereit, das Projekt zu finanzieren.

Die Jugendlichen wählten für das aktuell laufende Projekt „Mehrweg“ beispielsweise Workshops über die Grundlagen der digitalen Fotografie, die Bildbearbeitung mit Photoshop, die Erstellung von Fotogrammen und Stop-Motion-Filmen. Im Anschluss sei wieder eine Ausstellung geplant, die allerdings voraussichtlich erst 2017 umgesetzt werden könne. Die Teilnahme an dem Projekt ist kostenlos. Die Treffen finden dienstags am Abend in den Räumen der Kinder- und Jugendkunstschule „Kind und Werk e. V.“ statt.

Bei Fragen nach weiteren Informationen steht Cornelia von Stern gerne unter info@arty-online.com zur Verfügung.

Ahmed Abdi Hussein- Ein Blick

Hilfe kann viele Gesichter haben. Dieses charmante Projekt etwa hängt an der Wand. Hoffentlich bald an ganz vielen Wänden!

„Hallo zusammen, hier kommt eine nicht ganz alltägliche Anfrage.“ Mit diesen Worten begann vor ein paar Wochen ein Gesuch, hinter dem sich eine mehr als rührende Geschichte verbirgt. Eine Geschichte, die auf ein hollywoodreifes Happy End zusteuert. Ein Happy End, zu dem auch ein paar Hand-in-Hand-Nutzer beitragen.

Okay, wir kapitulieren. Keine Angst, nur insofern, als wir den Plan, allwöchentlich unsere erfolgreichen Vermittlungen hier zusammenzufassen, ganz schön stutzen müssen. Ihr – unsere Hand in Hand Community – legt eine Hilfsbereitschaft an den Tag, die jeden Rahmen sprengt. Coole Sache – aber auch Ehrensache, dass wir da lieber Eure Gesuche und Angebote abarbeiten und „verkuppeln“, was das Zeug hält, anstatt „Erlebnisberichte“ zu verfassen. Ein paar Rosinen haben wir aber natürlich herausgepickt, als Dankeschön und Motivation.

Sarina aus Afghanistan ist knapp zwei Jahre alt, fit wie ein Turnschuh – und dank einer Hand in Hand-Nutzerin jetzt auch richtig schnell unterwegs, wenn es darum geht, ihre neue Heimat zu erkunden. So lautet eine von unzähligen Erfolgsmeldungen, für die wir diese Woche „Danke“ sagen.

Für den kommenden Sonntag, den 18.10.2015 um 12:00 Uhr in Rosenheim, suchen wir einen freiwilligen Schiedsrichter (möglichst lizensiert), der ein Freundschaftsspiel zweier Flüchtlings-Mannschaften pfeifen möchte.

Nachtrag: Die Adler Rosenheim haben 3:2 gewonnen :-)

welcomedinner

Hinter einem „Welcome-Dinner“ steckt die Idee eines kulinarischen Miteinanders von Ansässigen und Flüchtlingen. Letztere werden dabei von und zu Privatleuten eingeladen, um dort gemeinsam zu kochen, zu essen und sich und ihre jeweilige Kultur kennenzulernen. Für die Organisation des Projekts sucht Initiatorin Sylvia Grunwald noch Unterstützer.